+++ Unser nächstes reguläres Treffen findet am Sonnabend, den 14. Oktober, ab 11:00 Uhr hier auf unserem Hof statt!!! +++
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Frisia Historica in der Presse:

 

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Friesisch-Historisches-Treyben : Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle

vom 24. Juli 2017
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schwertkämpfer, Axtwerfer, Gaukler und Theater: Mittelalter zum Anfassen beim Friesisch-Historische-Treyben an der Wehle.

– Quelle: https://www.shz.de/17384331 ©2017
Friesisch-Historisches-Treyben : Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle

vom 24. Juli 2017

Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schwertkämpfer, Axtwerfer, Gaukler und Theater: Mittelalter zum Anfassen beim Friesisch-Historische-Treyben an der Wehle.

Friesisch-Historisches-Treyben : Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle

vom 24. Juli 2017
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schwertkämpfer, Axtwerfer, Gaukler und Theater: Mittelalter zum Anfassen beim Friesisch-Historische-Treyben an der Wehle.

– Quelle: https://www.shz.de/17384331 ©2017

Historisch friesisch sind die Kostüme der Mitwirkenden.

 

 

Verwegene Gestalten mit Streitaxt und Schwert, aufflackernde Lagerfeuer und wilder Minnegesang, heiße Schmiedekunst und viel Musik: Der Spaziergang zur Wehle war am Wochenende ein echtes Erlebnis. Das Ereignis – umsonst und draußen – hat schon Tradition. Nach einem Jahr Pause luden die mittelalterlichen Friesen von Frisia Historica zum 6. Friesisch-Historische-Treyben an die neu gestaltete Niebüller Badewehle. Die Besucher machten direkt und unerwartet einen Zeitsprung um mehrere Jahrhunderte zurück ins Mittelalter. Ein einmaliges Vergnügen, das viel Zuspruch erfuhr.

Nach dem allgemeinen Wiedersehen der Akteure am Freitagabend entstanden die urigen Zelt-Behausungen rund um den See und sorgten so von Beginn an für ein besonders romantische Ambiente. Aus Nah und Fern waren die vielen Marktleute, Händler und Handwerker angereist, darunter auch bekannte Gesichter wie Andreas Ingwersen aus Risum-Lindholm. Er freute sich wie seine Mitstreiter über die gute Resonanz.

Es ging gut los: Nach einem Umzug durch die Stadt wurde am Sonnabend das Treyben offiziell durch Bürgermeister Wilfried Bockholt und Stadtmanager Holger Heinke eröffnet. Auf der gut besetzten Marktwiese waren inzwischen mehr als zwanzig Marktstände, Händler und Handwerker präsent, um ihr Können zu zeigen und ihre Waren feilzubieten. Erste Besucher schauten sich die Raritäten an oder labten sich an den Futter- und Ausschankständen. „Eine wunderbare Sache“, freuten sich die Schaulustigen aus der Stadt.

Attraktionen gab es an beiden Festtagen. Organisator Stefan Nissen aus Stedesand hatte allein vier Musikgruppen eingeladen: „Frisia Non Cantat“ und „Weihe & Abel“ aus der näheren Umgebung, „Wortsatia“ aus Niedersachsen. Der Geheimtipp kam extra aus den Niederlanden: die Folkmetalband „Baldrs Draumar“ begeisterte am Sonnabend-Abend. Neben der Musik spielte der Schwertkampf eine große Rolle in dem spannenden Programm. Drei Gruppierungen präsentierten sehr engagiert ihr Können: Flenos Schergen aus Flensburg, Mitglieder der Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf und Aktive der deutschen Nationalmannschaft im gerüsteten Vollkontakt-Schwertkampf, die aus ganz Deutschland angereist waren. Bogenschießen und Axtwurf wurden auch zelebriert. Ob mittelalterlicher Tanz oder die Schwertkampf-Theateraufführung „Kampf um die Hand der Prinzessin“.

Über den Zelten lag drei Tage lang eine angenehm entspannte und zugleich immer wieder animierende Atmosphäre, auch das Wetter spielte überwiegend mit. Traditionell und unverzichtbar waren die Gaukler: Frater Enoch und Destenova Beutelschneider verstanden es, auf ihrer „Bühne Null“ für allerbeste Stimmung zu sorgen. Das Publikum bekam eine Menge geboten: Am Abend traten die Feuergaukler der Gruppe „Drachenrachen“ auf, um den Tag spektakulär zu beschließen.

Eine bleibende Erinnerung für die Kinder, die das Treyben genießen durften, aber auch für Erwachsene. Wer wollte, konnte die aus Holland angereiste Tätowiererin bitten, sich ein entsprechendes Symbol einarbeiten zu lassen. Lobenswert, dass nicht nur konsumiert wurde: Es gab viele Aktionen zum Mitmachen, auch und gerade für Kinder, insbesondere die Knappenschule der „Viatores ad arma“ und das Ponyreiten rund um die Wehle fanden großen Zuspruch. Es geht auch einfach: So tobten die Lütten voller Vergnügen auf den Strohballen herum. Rundum ein gelungenes Wochenende für Besucher und Aktive. Frisia Historicas bedankt sich bei allen Spendern aus der Geschäftswelt, bei der Stiftung Nordfriesland und bei der Beauftragten der Deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien über den Friesenrat, für die Förderung und Unterstützung.

 

Friesisch-Historisches-Treyben : Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle – Quelle: https://www.shz.de/17384331 ©2017

Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle

vom 24. Juli 2017
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schwertkämpfer, Axtwerfer, Gaukler und Theater: Mittelalter zum Anfassen beim Friesisch-Historische-Treyben an der Wehle.

– Quelle: https://www.shz.de/17384331 ©2017

Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle

vom 24. Juli 2017
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schwertkämpfer, Axtwerfer, Gaukler und Theater: Mittelalter zum Anfassen beim Friesisch-Historische-Treyben an der Wehle.

– Quelle: https://www.shz.de/17384331 ©2017

Mittelalter-Fans : Gefangen von friesischer Geschichte

vom 10. September 2016
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kultureller Hintergrund als Hobby: Den Verein „Frisia Historica“ gibt es seit zehn Jahren – das wird mit einem großen Trollfest in Stedesand gefeiert.

 

Lagerleben mit Friesicher Fahne.
Lagerleben mit Friesicher Fahne.
Foto: nt

 

Im Arbeitsleben sind sie Finanzbeamte, Erzieher, Tischler oder Lehrer. In ihrer Freizeit legen sie mittelalterliche Gewänder an, genießen in der Sommersaison das Lagerleben, eignen sich Wissen an und geben es weiter. Und das seit zehn Jahren – so lange besteht nämlich der Verein Frisia Historica bereits.

Alles nahm 2006 an einem lauschigen Sommerabend seinen Anfang, als zwölf Menschen zusammenkamen, um einen Verein zu gründen. „Alle grundsätzlich historisch interessiert und begeisterte Besucher von Mittelaltermärkten“, berichtet Stefan Nissen, Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins. Laut eigener Aussage konnte der 48-Jährige schon als kleiner Junge nicht genug bekommen von Rittern, die im edlen Zweikampf ihre Ehre oder die ihrer Angebeteten verteidigten. Auch die Familie des Diplom-Sozialpädagogen teilt die Leidenschaft für gelebte Geschichte: Seine Frau und sein Vater sind ebenso aktive Mitglieder wie seine Geschwister.

Bei der Vereinsgründung trieb alle Interessierten eine Frage um: Was weiß ich eigentlich von der heimatlichen, friesischen Geschichte? Die ernüchternde Antwort war bei allen: „Nicht viel.“ Keiner habe wirklich eine Ahnung über die Geschichte der (Nord-)Friesen gehabt, mit der sich die meisten Mitglieder zwar verbunden fühlten, aber dennoch über so gut wie kein Hintergrundwissen verfügten. „Das wollten und wollen wir ändern – und unser Hobby, das lebendige Mittelalter mit stetig wachsendem Wissen über unseren kulturellen Hintergrund verbinden“, erzählt der Vereinschef.

Das ist bei Frisia Historica nicht nur graue Theorie: Einen großen Teil des Vereinsgeschehens macht bis heute das Lagerleben aus. Dann wird die Jeans gegen selbstgenähte Gewänder aus Leinenstoffen in gedeckten Farben getauscht, das bequeme Bett gegen ein Schaffell im Zelt. „Wir wollen so nah wie möglich an der Zeit um 800 bis 1000 nach Christus sein, in der sich die friesische Besiedelung unserer Region und somit die Entstehung unserer Kultur abspielte.“ Allerdings: Allzu dogmatisch werde das nicht gesehen. Die Unterwäsche etwa könne jeder frei wählen, auch Brillen, Pflaster und bei Bodenfrost Schlafsäcke seien erlaubt, berichtet der Vereinsvorsitzende auf Nachfrage. „Der Spaß soll im Vordergrund stehen.“ Auch Geselligkeit und Gespräche werden großgeschrieben: „An so einem Wochenende ohne Fernseher, ohne Computer und ohne Handys wird sich viel unterhalten“, sagt Stefan Nissen. Gekocht wird über offenem Feuer, gejagt wird im Supermarkt. „Wir achten aber darauf, dass unser Essen der Zeit entspricht, Kartoffeln sind zum Beispiel ein No-Go, die haben die Spanier erst viel später mitgebracht.“

Das Wissen um die Zeit, die sich „Frisia Historica“ als Vereinsthema erwählt hat, reichern die Mitglieder beständig an, die teilweise extra Friesisch gelernt haben. Ein beständiger und über die Jahre gewachsener Austausch mit dem Friisk Foriining gehört ebenso dazu wie Bildungsausflüge nach Haithabu oder zum Rungholt-Museum. Und sie geben ihre Kenntnisse gerne weiter, zum Beispiel in Kindergärten oder Schulen.

Die Zahl der Mitglieder ist mittlerweile auf 24 angewachsen. Kinder sind ebenso dabei wie Erwachsene von Anfang 20 bis Ende 60. „Jeder, der sich in unseren Verein miteinbringen will, ist herzlich willkommen“, so der Vorsitzende. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft sei eine Teilnahme an mindestens drei Lagern, damit sich die Anwärter davon überzeugen könnten, dass sie sich auch die richtige Gruppe ausgesucht hätten. Frisia Historica hat auf jeden Fall noch viel vor. Stefan Nissen: „Wir haben noch jede Menge Ideen und Ziele, die wir umsetzen wollen.“

Auch im Feste feiern sind die Frühmittelalter-Begeisterten groß, haben sie doch das „Friesisch-Historische Treyben“ und andere regelmäßige Veranstaltungen für die ganze Familie etabliert. Das Vereins-Jubiläum wird natürlich entsprechend begangen: Zum zehnjährigen Vereinsbestehen hebt Frisia Historica am Sonnabend, 17., und Sonntag, 18. September, das 1. Hunnebüller Trollfest aus der Taufe.  Gefeiert wird im Hunnebüller Koog, Klinkerstraße 4, in Stedesand. Die Eröffnung ist am Sonnabend gegen 14 Uhr, offizielles Ende ist gegen Mitternacht. Am Sonntag wird von 12 bis 17 Uhr Betrieb auf dem Vereinsgelände sein. Auf dem Programm stehen  an beiden Tagen viel Musik mit Bands wie „Baldrs Draumar“ und „Wortsatia“, magische Gauklerei, Feuerspiel, ein wenig Markt- und Lagerleben, Schwertkampf und   die 7. Hunnebüller Meisterschaften im mittelalterlichen Langbogenschießen.  Am Sonnabend steht zusätzlich ab 21 Uhr eine feierliche frühmittelalterliche Hochzeitszeremonie an.  Auch  an das  leibliche Wohl ist gedacht – oder wie es die Mitglieder von Frisia Historica ausdrücken: „Auf dass ihr nach Herzenslust fressen und saufen möget!“

www.frisia-historica.de

 

Frisia Historica : Mittelalterliches mit Knalleffekten

vom 18. Juli 2015
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bis Sonntag sind an der Wehle Handwerker, Händler, Krieger und Spielleute zu Gast / Premiere und Höhepunkt: das aufwendige Theaterstück

Vor dem Zelt knistert ein Feuer, über dem an einem Dreibein ein Topf mit kochendem Wasser hängt. Die ersten Gewandeten sind an der Badewehle eingetroffen, haben ihre Zelte und ihre Marktstände aufgebaut. 25 bis 30 Lager und Heerlager werden es am Ende an diesem idyllischen und zugleich historischen Ort sein. Alleine auf der Marktwiese sind 18 Stände aufgebaut. Seit gestern läuft das 5. „Friesisch-Historische Treyben“. Organisiert hat es der Verein „Frisia Historica“ mit Sitz in Stedesand. Häuptling (sprich Vorsitzender) des „verwegenen und verschworenen Haufens“ ist Stefan Nissen. Die letzten drei Nächte hat der 47-Jährige – von Beruf ist er Sozialpädagoge – schon an der Wehle verbracht, koordiniert gemeinsam mit Vereinsmitglied und „Marktvogt“ Dag-Oliver Martenson (32) aus Bargteheide den Aufbau der Lager. 200 mittelalterlich gewandete Menschen werden bis zum Abschluss am Sonntag (17 Uhr) das Niebüller Wehlengebiet bevölkern und Besucher in die Zeit des Frühmittelalters (800 bis 1000 n. Chr.) zurückversetzen. „Der Obstler“ Markus Seitz aus der Ecke von Bremen ist einer der Händler. Passend gewandet und wortgewandt bringt er Frucht- und Beerenweine an den Mann oder die Frau. Gemeinsam mit seiner Freundin Silke – sie präsentiert auf dem Platz und heute während einer Modenschau (15 Uhr) selbstgeschneiderte Gewänder – macht er zum dritten Mal mit. Er ist hauptberuflicher Weinhändler. Andreas Ingwersen kommt aus Risum-Lindholm und ist mit „Meduzin“ (Likören) auf dem Mittelaltermarkt vertreten. Er hat auch den Thingpfahl auf der improvisierten Bühne selbst geschnitzt. Ein Hobby, denn von Beruf ist er Bäckermeister. Die Auftritte zweier Live-Bands, Feuergaukler, Sänger, Tänzer und Schwertschaukämpfer gehören zum Programm. Besonders gespannt ist Stefan Nissen auf die Mitwirkung eines historischen Schleifischers. „Das war immer ein Traum von mir. Ich bin sehr gespannt und freue mich.“

Höhepunkt zum Jubiläum ist am Sonnabend (19.30 Uhr) und am Sonntag (15 Uhr) das frühmittelalterliche Freiluft-Theaterstück „E ploon foon e saks“ (Der Plan des Sachsen) in Zusammenarbeit mit der Friisk Foriining und unter der Regie von Gary Funk. Gefördert wurde das Spektakel vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein über den Frasche Rädj und der Stiftung Nordfriesland. Eine Premiere, an der die Akteure bereits seit einem halben Jahr proben. Kampfszenen, für die als Lehrer und Mitwirkender Michael Tegge zuständig ist. „Wir waren für ein Wochenende auf Sylt und haben das geprobt“, berichtet Stefan Nissen. , Knall- und Lichteffekte gehören natürlich ebenfalls zum Programm. Heute wird noch ein zehn Meter langes Wikingerschiff geliefert, denn in dem Stück geht es um einen Angriff der Nordmannen auf das friesische Dorf. „Es soll alles realistisch aussehen.“

Natürlich geht es auch im Mittelalter nicht ganz ohne Technik. „Wir tragen Headsets, und Boxen sorgen dafür, dass die Zuschauer uns auch vernünftig verstehen können“, sagt Stefan Nissen. Gepresste Ballen aus Reet dienen als Sitzgelegenheiten. „Das Material stammt von einem Reetdachhaus in Risum-Lindholm, das gerade neu gedeckt wird.“ Und damit die Optik auf der improvisierten Bühne an der Wehle auch stimmt, wurde die Kinderschaukel, die hier am Wasser normalerweise steht, durch den Aufbau einer schlichten Kulisse kurzerhand in ein Haus verwandelt.

15 Mitwirkende hat das Stück. „Fünf spielen aus unserem Verein mit.“ Für viele ist es auch eine Premiere als Schauspieler. Stefan Nissen mimt den Dorfschmied der Friesen. „Ich habe Hammerlampenfieber, aber den Text ganz gut drauf. Das wird laufen.“ Für Stefan Nissen ist es nicht der erste Auftritt. „Ich hatte schon einmal eine Rolle, aber damals musste ich nur einen Satz sagen, dann von der Bühne fallen“, erinnert er sich lachend. Dieses Mal ist er etwas mehr gefordert. Sein Vater Peter M. Nissen hat übrigens die Hauptrolle. „Er spielt einen Sachsen.“ Wert legen die Gewandeten von Frisia Historica auf die Vielsprachigkeit. So auch bei dem Stück. Friesisch und plattdeutsch sind zu hören. „Es waren zunächst keine Schauspieler zu bekommen, die auch sonderjysk sprechen können. Aber es hat dann doch noch geklappt.“

Der Eintritt zum 5. „Friesisch-Historischen Treyben“ ist – wie immer – frei. „Erst einmal könnte man so ein riesiges Gelände hier gar nicht einzäunen, und das wollen wir auch nicht“, so Stefan Nissen. „Es macht die Atmosphäre kaputt.“ Und: „Wir wollen, dass uns möglichst viele Gäste jeden Alters besuchen. Wer zu uns kommt, kann hier einen ganzen Tag seinen Spaß haben, ohne auch nur einen einzigen Cent ausgeben zu müssen.“ Neu ist, das die Eröffnungsfeier, verbunden mit einem Dank an die vielen Sponsoren, die das Event finanziell ermöglichen, verlegt wurde. „Das machen wir am heutigen Sonnabend um 11 Uhr im Anschluss an den großen Umzug durch die Stadt zum Marktplatz (Start: 10 Uhr am Wehlenkiosk) – mit Sackpfeifen vorneweg.“

Das Gebiet an der Wehle ist zum dritten Mal Ort des mittelalterlichen Geschehens. „Wir hatten sofort die Unterstützung der Stadt, mussten bei den Anwohnern am Anfang Überzeugungsarbeit leisten“, erinnert sich Stefan Nissen. Doch schnell registrierten diese, dass beim „Friesich-Historischen Treyben“ nur Met und Bier, aber keine harten Sachen ausgeschenkt werden. „Außerdem ist freitags und sonnabends um 24 Uhr hier Schluss.“

40 Aktive – 25 Aktive und 15 Passive – hat der Verein „Frisisa Historica“ derzeit. Jüngstes Mitglied ist die zweijährige Prija, ältestes der 66-jährige Peter M. Nissen. Der Verein gehört zum Friisk Foriining mit Sitz in Bredstedt. Das Motto von „Frisia Historica“ und seine Arbeit: „So authentisch wie möglich, aber unverkrampft.“ Wer aktiv mitmachen möchte, ist ein Jahr lang Anwärter, muss in dieser Zeit bei drei Lager mitmachen. Stefan Nissen: „Ideal ist es, wenn eines davon bei schlechtem Wetter stattfindet. In einer solchen Situation und auch dann, wenn mal etwas nicht so klappt, zeigt ein jeder seinen wahren Charakter. Dann merkt man schnell, ob es passt oder nicht.“ Nach einem Jahr folgt dann das Aufnahme-Ritual: der obligatorische Klootstocksprung.

Der Markt ist am heutigen Sonnabend von 10 bis 24 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Programm im Einzelnen gibt es im Internet unter www.frisia-historica.de, mehr über die Friisk Foriining auf der Homepage www.friiske.de

 

Mittelalter und Flohmarkt

vom 4. März 2015
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

 

Ein Vereinsvorsitzender am Pranger: Stefan Nissen von Frisia Historica plant bereits neue Aktionen für das nächste mittelalterliche Treyben.
Ein Vereinsvorsitzender am Pranger: Stefan Nissen von Frisia Historica plant bereits neue Aktionen für das nächste mittelalterliche Treyben.
Foto: Dieter Wrege

 

Die Maiden und Recken von „Frisia Historica“ mit Stefan Nissen (Foto), Häuptling des hiesigen Friesenstammes, an der Spitze, laden für Karfreitag, 3. April, zu ihrem Frühlingsmarkt, in den Hunnebüller Koog (Klinkerstraße 4) nach Stedesand ein. Um 10 Uhr öffnet der Scheunenflohmarkt, auf dem, unabhängig vom Mittelalter, alles Mögliche angeboten werden wird. Als Standgebühr wird etwas Selbstgebackenes verlangt, Anmeldungen unter Telefon 04662/881797. Ebenfalls unter dieser Nummer können sich noch bis zum 1. April Frau- oder Mannschaften anmelden, die bei den 2. Hunnebüller Kubb-Meisterschaften im „Wikingerschach“ mitmachen möchten. Ein Team besteht aus vier Spielern. Prämiert wird die beste Erwachsenen- und die beste Kindermannschaft, wobei deren Teilnehmer das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen. Das Startgeld beträgt einen Euro pro Mitspieler und ist vor Turnierbeginn bei der Leitung einzuzahlen. Daneben wird das Schießen mit dem mittelalterlichen Langbogen angeboten werden, ein knisterndes Lagerfeuer lädt zum Stockbrotbacken ein. Am späten Nachmittag werden in einer lustigen Zeremonie erstmals ehemaligen Anwärter feierlich in die volle Vereinsmitgliedschaft aufgenommen. Mehr über die außergewöhnlichen Aktivitäten des Vereins: www.frisia-historica.de.

 

Winter ade: Bald lodern in Südtondern wieder die Biiken

vom 6. Februar 2015
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ausgediente Weihnachtsbäume finden in der Biike ihre letzte Verwendung.
Ausgediente Weihnachtsbäume finden in der Biike ihre letzte Verwendung.
Foto: Stephan Bülck

Die Biiken lodern wieder in Südtondern, und in einem Fall sogar schon einen Tag früher: Die Bjarnebiike (Kinderbiike) in Risum-Lindholm findet wegen des unterrichtsfreien Sonnabends in diesem Jahr bereits am Freitag, 20. Februar, statt. Schüler und Kindergartenkinder des friesischen Sprachgebiets des Festlandes treffen sich abwechselnd in einer der umliegenden Schulen. In diesem Jahr ist die Nis-Albrecht-Johannsen-Schule Lindholm Gastgeber. Die Aufführungen finden von 9.45 bis 11.45 Uhr in der Friesenhalle statt. Das Programm umfasst vor allem Gesang und mehrere friesische Theaterstücke. Bevor der friesische Festtag für die Kinder mit dem Abbrennen einer Mini-Biike zu Ende geht, laden Rökefloose, Friisk Foriining und der Frasche Feriin for e Ååstermååre zu „Heedeweekne än limonaade“ ein.

In Risum-Lindholm laden die örtlichen Friesenvereine zum Biikebrennen am 21. Februar ein. Um 19 Uhr wird in Lindholm am Üülje Browäi das Biikefeuer von einer Delegation von „Frisia Historica“ entfacht. Das anschließende Fest, zu dem der „Kröger“ eine stärkende Grünkohlsuppe anbietet, findet ab 20 Uhr in der Gaststätte „Fraschlönj“ (Dorfstraße 95) statt. Die Biike-Rede hält diesmal der ehemalige Vorsitzende der Friisk Foriining, Schulleiter Jörgen Jensen Hahn. Anschließend präsentiert der Rökefloose ein neues friesische Theaterstück, geschrieben von Gary Funck: „Dil ma e pük“. Danach gibt es Livemusik mit der nordschleswigschen Band „Die Staatsminister“, bevor dann DJ Dirk Bork das Zepter für die nächsten Stunden übernimmt.

 

Historisches Treyben mit Blick auf 2015

vom 30. September 2014
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Junge Bogenschützen visieren die Scheibe an

Junge Bogenschützen visieren die Scheibe an

 

Die mittelalterlichen Friesen vom Verein Frisia Historica melden das Ende ihrer diesjährigen Open-Air-Aktivitäten. Wie gewohnt begehen sie dieses Datum in Form einer herbstlichen Scheunenfete mit Flohmarkt und anderen Aktivitäten, die den Vereinsmitgliedern und Besucher einigen Spaß und jede Menge Unterhaltung bereiten.

So ist es kürzlich geschehen, begonnen mit Spielen, Wettkämpfen, Stöbern und Feilschen und nach acht Stunden beendet mit einem Schmaus, bei dem ein Spanferkel bis auf die Knochen verspeist wurde. Das mittelalterliche Herbstspektakel war für Vereinschef Stefan Nissen auch Anlass, Rückschau auf dieses Jahr zu halten.

Es begann gleich mit einem Höhepunkt, dem so genannten Burgspektakel in Bodenteich nahe Uelzen in der Lüneburger Heide, veranstaltet von den „Fogelfreyen“. Es gleicht dem Historischen Treyben in Niebüll an der Badewehle, ist aber in seinen Dimensionen ein weitaus größeres Event. Zu der Niebüller Veranstaltung merkte Stefan Nissen an, dass Historica künftig Rücksicht auf Terminüberschneidungen nehmen wird. „Die Fußball-WM in Brasilien hat uns etliche Zuschauer sowie Teilnehmer und damit einige Substanz gekostet.“

Mit Kurzweil und einem abwechslungsreichen Programm betreibt Frisia Historica auf dem Herbstfest auch Öffentlichkeitsarbeit. Es ist Gelegenheit, mit den gewandeten „Barden“ ins Gespräch zu kommen, ihnen bei ihrem Treyben über die Schulter zu gucken, dem Lecker Bogenmacher Motzke zuzuschauen oder gar selbst mit einem Hökerstand gegen die Standgebühr von einem selbstgebackenen Kuchen mitzumachen.

Ausgeschrieben zum Herbstfest waren die fünften Hunnebüller Meisterschaften im mittelalterlichen Langbogenschießen, ein Wikingerschach, Speerwerfen und ein Hufeisenspiel – und für den Nachwuchs ein Stockbrotbacken. Die Wettbewerbe endeten mit der Übergabe von Preisen wie einem Wanderpokal und Gutscheinen.

Auf größere Reisen wie im vergangenen Jahr mit den Fahrten nach Ostfriesland und Helgoland wurde in diesem Jahr verzichtet. Hingegen war Historica beim Biikebrennen dabei, wirkte beim 30. Geburtstag der Rökefloose mit sowie beim Robin-Hood-Tag im Lecker Klettergarten. Ihr Mitmachen haben die Barden auch beim TSV-Ambossrennen am Freitag zugesagt.

Unterm Strich war Stefan Nissen mit dem Verlauf des Jahres alles in allem zufrieden. Er blinzelte bereits auf den Kalender 2015, in dem die Tage vom 17. bis 19. Juli rot vermerkt sind. Das sind die drei Tage des 9. Historischen Mittelalterlichen Treybens, das zum 5. Mal an der Niebüller Badewehle stattfinden wird.

 

Friesisch-Historisches-Treyben : Wilde Gesellen an der Wehle

vom 23. Juni 2014
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim Friesisch-Historischen Treyben zu Niebüll gab es eine eindrucksvolle Show – nur die Gästeschar hätte zahlreicher sein können


 

„Flenos Schergen“ in Aktion.

 

Es gab drei Tage lang wieder eine Menge zu sehen und zu erleben beim „4. Friesisch-Historischen Treyben zu Niebüll“ auf den Wiesen rund um die Badewehle im Westen der Stadt. Dorthin lockten der mittelalterliche Verein Frisia Historica und seine gewandeten Gäste, die teilweise von weither gekommen waren, um Menschen aus Stadt und Land wieder an einer eindrucksvollen mittelalterlichen Show teilhaben zu lassen.

Der Besuch des historischen Festivals ließ etwas zu wünschen übrig. „Die drei Ws mögen manch ungewandeten Nordfriesen vom Besuch unseres Festes abgehalten haben“, sagte Stefan Nissen, der Vorsitzende von Frisia Historica. Es listete Wetter, WM und Wiederholungseffekt auf und schloss bei letzterem nicht aus, „dass uns die Leute längst kennen und das Treiben schon mehrfach verfolgt haben.“ Eine weitere Ursache könnte sein, dass zurzeit um die Jahreszeitenwende eine Veranstaltung die andere jagt.

Zum vierten Niebüller und insgesamt sechsten Treyben waren 50 Zeltgemeinschaften gekommen – Heerlager, Händler, Vereine und Handwerker sowie „Kämpfer“, die den Marktfrieden garantierten. Die am weitesten Gereisten kamen aus dem fernen Ostfriesland, dazu Gäste aus dem Lande Wursten, einer friesischen Exklave, mit den Musikanten von „Worsatia“. Insgesamt zählte das gewandete Völkchen 250 Personen in der malerischen Zeltstadt.

Wo gesprochen wurde, befleißigte man sich (möglichst) einer mittelalterlichen Zunge. Was von Herolden, Knappen, Händlern über die Lippen kam, war zumeist von einem Augenzwinkern begleitet, das einigen Spaß am Treyben signalisierte. Stefan Nissen: „Wir nehmen unsere Sache zwar ernst, doch wiederum auch nicht zu ernst.“ Der studierte Diplomsozialpädagoge Nissen sieht das Leben zwar nach vorn gerichtet, will es aber auch in der Rückschau verstanden wissen. Das historische Treyben sei keineswegs nur ein unterhaltsamer Selbstzweck. Es sollte auch dazu ermuntern, ein wenig in der Geschichte zurückzublättern.

Das tun beispielsweise „Flenos Schergen“ aus Flensburg, ein historischer „Verein für Schwertkampf und mittelalterliches Leben“, der sich an die Fährte von Ritter Fleno geheftet hat, und Szenen aus den Zeit um 1000 nachspielt. Unbelegten Vermutungen zufolge, könnte die Fördestadt nach diesem Ritter benannt sein. Ritterspiele wie einst im Mittelalter, veranstaltet von den „Viatores ad Arma“ zusammen mit Niebüller Kindern, lockerten das Treyben unterhaltsam auf.

Die Wahrnehmung von der Großveranstaltung im Wehlengebiet hatte viele Facetten. Es gab eine Menge zu sehen, zu erleben, zu erfahren und Gelegenheit, das vom gewandeten Völkchen nachgespielte Leben mit dem heutigen zu vergleichen. Es sei gut zu wissen, wo man herkommt, lautete eine Meinung, toll, wie erfinderisch die Menschen schon damals waren, eine andere.

Der Ablauf der Veranstaltung ähnelte dem der bisherigen Treyben. Unter den Teilnehmern befanden sich zwei neue Lager, eines aus dem östlichen Nachbarkreis, ein anderes aus Barmstedt. Neu war auch „Dan, der Barde“, der im Lager zwischen den Zelten wandelte und zur Gitarre sang. Nicht neu war das Trio Worsatia mit Michael (Dudelsack), Marko (Flöte/Trommel) und Horst (Drehleier), das an allen drei Tagen musizierte.

Nächstes Jahr soll beim 5. Teyben etwas mehr los sein, versprach Stefan Nissen. „An einigen Überraschungen arbeiten wir bereits“, wollte er noch nicht mehr verraten, ließ jedoch anklingen, „dass wir jede Menge mehr machen werden.“ Die Veranstaltung endete gestern gegen 17 Uhr. Während der drei ereignisreichen Tage hatten die „Mittelalterlichen“ nicht vergessen, dass ihr Treyben ein klein wenig im Schatten eines anderen Treibens stand, das „WM“ heißt und im fernen Brasilien stattfindet.

 

Friesisch-Historisches-Treyben : Geheimnisvoll und abenteuerlich

vom 19. Juni 2014
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Drei Tage lang verwandeln Gaukler, Musiker, Händler und Kämpfer das Niebüller Wehlengebiet in eine frühmittelalterliche Welt

Mittwochabend 18 Uhr an der Badewehle: In dem hauptsächlich an warmen Tagen stark bevölkerten Naturerholungsgebiet herrscht Hochbetrieb. Überall wird gewerkelt, abgesteckt und aufgebaut. Freitag beginnt hier das 4. Friesisch-Historische Treyben. „Etwa 250 mittelalterlich gekleidete Menschen werden dieses Mal dabei sein“, erklärt Stefan Nissen. Er ist Vorsitzender des Vereins Frisia Historica, Ausrichter des Spektakels mit Gauklern und Musikern, Marktbeschickern und Kämpfern, Mitgliedern befreundeter friesischer Heerlager und Wikingergruppen. „Sie reisen heute Mittag aus ganz Schleswig-Holstein, wie Barmstedt oder Neumünster, sowie dem nördlichen Niedersachsen an.“

Das Friesisch-Historische-Treyben hat mittlerweile einen guten Ruf in der Szene. „Viele melden sich bereits beim aktuellen Treffen für das nächste Jahr an. Es gibt schon eine Warteliste, wir müssen also eher mal absagen, als dass wir uns Teilnehmer suchen.“ So sind die Organisatoren gewappnet, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. In diesem Jahr beispielsweise musste ein großes Lager kurzfristig wegen eines Todesfalles seine Teilnahme zurückziehen.

 

Mit dabei ist dieses Mal die neu formierte Friesische Nationalmannschaft im gerüsteten Vollkontakt-Schwertkampf. Eine zehn Mann starke Truppe hat in der vergangenen Woche an der kroatischen Adriaküste in Trogir an der offiziellen Weltmeisterschaft „Battle of the nations“ teilgenommen. „Da ihnen ein Mann fehlte und wir angesprochen wurden, mussten wir schnell reagieren. Aus unseren Reihen ist Benjamin Lönnig eingesprungen und mitgefahren.“ Teilnehmer aus 28 Nationen, darunter Russland und die Ukraine, waren dabei. „Eine zweite Gruppe aus Deutschland – das hat für viel Aufsehen gesorgt“, sagt Stefan Nissen. Der Anfang war nicht unproblematisch. Und doch: Mit vielen Erlebnissen kehrte Lönnig zurück. Und: „Es sind viele neue Kontakte entstanden.“

Eine Menge Vorarbeiten sind für das Friesisch-Historische Treyben nötig, bis es dann soweit ist. Die beginnen bereits ein Jahr vor dem Spektakel: Terminabsprachen, Genehmigungen müssen eingeholt werden. Und so ganz ohne Technik und hygienische Mindestanforderungen geht es nicht. „Die WCs müssen rechtzeitig geordert werden, und auch ein abschließbarer Kühlwagen ist wichtig. Im ersten Jahr haben wir nachts jemanden abstellen müssen, der auf den Bierfässern geschlafen hat und sie bewachen musste“, lacht Stefan Nissen.

„Zwischen Mai und September sind wir jeden Monat unterwegs, nehmen an Mittelalterlichen Treffen und Veranstaltungen teil.“ Darunter ist auch das Burgspektakel in Bad Bodenteich (Lünebürger Heide). Eines der bekanntesten und beliebtesten ist Tota Frisia, ein Mittelalterfest in Südbrookmerland/Ostfriesland. Mit viel Aufwand – unlängst sogar mit zwei Wikinger-Schiffen, wird am „großen Meer“, der eigentlich nur ein großer See ist, die Friesen-Wikinger-Schlacht von 983 nachgestellt. „Bevor es losgeht haben die Kinder natürlich die Möglichkeit, zu baden“, berichtet Stefan Nissen. „Unser Hobby ist mittlerweile eine richtige Familienangelegenheit geworden.“ Dabei sind die Reisenden von Frisia Historica sowohl Zuschauer als auch Akteure. „Leben und erleben“ lautet das Motto. Wie wertvoll diese Erfahrungen sind, hat der Häuptling Stefan Nissen, von Beruf Sozialpädagoge, während seiner langjährigen Arbeit mit Kindern erlebt: „Es hat ihnen gut getan – der Zusammenhalt, zu erleben, dass man gemeinsam etwas schaffen kann, dass jeder seine Stärken hat, den Kindern Selbstvertrauen und Bestätigung zu geben.“

Frisia Historica orientiert sich seit der Gründung stark an die historischen Gegebenheiten zwischen 800 und 1000 n. Chr., erhielt von Anfang an wertvolle Unterstützung durch Gary Funk und der Friisk Foriining. Die frühmittelalterliche Kleidung der 30 Aktiven (20 Passive ergänzen die Gruppe) ist zum größten Teil selbst gefertigt. „Bei Männern sind knielange Tunikas, bei Frauen Kleider mit Schürzen üblich.“ Neueinsteiger, die rasch mitmachen möchten, kaufen sich schon mal das eine oder andere Kleidungsstück. „Aber wir haben sehr gute und findige Schneiderinnen unter unseren Mitgliedern. Mit der Zeit steigen alle auf selbstgemachte Klamotten um.“

Das Wehlengebiet mit seinen Bademöglichkeiten und dem Schutz durch die Bäume gibt einmal mehr eine ideale Kulisse für das Ereignis. „Wenn das Wochenende herum ist, fängt alles wieder von vorne an“, erklärt Stefan Nissen. Nicht so ganz, denn der Aufwand ist für 2015 etwas größer. Schließlich ist es das 5. Treyben an der Wehle. Und 2016 steht dann das zehnjährige Vereinsbestehen an. „Da wollen wir es krachen lassen, noch einiges mehr auf die Beine stellen, und wir haben da auch schon Ideen.“ Bis dahin wird geplant – und geträumt.

Die monatlichen Treffen der Vereinsmitglieder finden jeweils am ersten Freitag des Monats um 20 Uhr auf dem Hof Nordlicht in der Klinkerstr. 4, im Hunnebüller Koog zwischen Risum und Stedesand (2. Hof rechts nach dem Stedesander Knopp oder aus Risum kommend, 1. Hof links nach der Mörderbrücke) gelegen, statt.

 

Mittelaltermarkt - Das Mittelalter zum Anfassen

vom 19. April 2014
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Verein Frisia Historica e.V. ermöglichte Besuchern in Stedesand eine Zeitreise ins Mittelalter

 

Im frühen Mittelalter ist wohl auch nicht immer alles von bestem Wetter überstrahlt worden. Mit einem Blick in den leicht wolkenverhangenen Himmel trösteten sich Stefan Nissen und seine friesische Vereinsfamilie über das etwas zu kühle Karfreitag-Wetter hinweg, das dem Frühlingsfest des Vereins Frisia Historica e.V. doch etwas zuwiderlief.

Dennoch ist (fast) alles wie geplant abgelaufen: das Bogenschießen, Stockbrotbacken und handwerkliches Treiben wie Filzen, Horn- und Bernsteinbearbeitung. Auf dem Scheunenflohmarkt wurde gehökert. Und zu Essen und Trinken gab’s auch wie immer reichlich – und dazu leckere Kostproben aus Andreas Ingwersens „Kräuterdestille.“

Frisia Historica. Vor sieben Jahren hat sich eine Gruppe junger Nordfriesen mit der Zielsetzung zusammen getan, friesische Geschichte erlebbar zu machen. Neugierde und Interesse reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. „Wir haben den Versuch unternommen, ein wenig so zu leben wie die Menschen damals“, sagt Stefan Nissen. Und das machen die Friesen der Gegenwart, indem sie probieren, sich in alten handwerklichen Tätigkeiten üben, ihre Kleider selbst schneidern und nach und nach immer etwas dazu lernen. Ständig sind neue Ideen entstanden. Vieles hat sich Stefan Nissen im Nordfriesischen Institut angelesen. Einen willkommenen Schub bekommen sie auch von der Friisk Foriining, der sich Historica als korporatives Mitglied angeschlossen hat.

Und es bleibt nicht bei internen Aktivitäten. Mit den Jahren haben sich feste Termine ergeben, an denen die „Mittelalterlichen“ in die Öffentlichkeit gehen. Beispiel 2014: Dem Frühlingsfest am Karfreitag, folgt am 23.Mai ein Konzert in der Niebüller Christuskirche, wo die Band „Worsatia“ aus dem Land Wursten frühmittelalterlich musizieren wird. Das traditionelle historische Treyben, das sich mittlerweile zu einer Großveranstaltung entwickelt hat, findet zum 4. Mal vom 20. Bis 22. Juni im Niebüller Wehlengebiet statt. Am letzten Sonnabend im September steigt am Standort der Historica an der Klinkerstraße 4 das Herbstfest, in dessen Mittelpunkt stets das Turnier der Bogenschützen steht.

Die Aktivitäten der mittelalterlichen Barden um ihren Hauptling Stefan Nissen verlaufen nicht ohne Augenzwinkern. „Es muss Spaß machen“, sagt er und pflegt auch schon mal den einen oder anderen derben Spruch. Auf dem Flohmarkt ist ehrbares Treyben Pflicht. Wucherern und Zechprellern droht öffentliche Schmach am Pranger – dem kunstvoll gezimmerten Joch mit einem halsgroßen Loch, aus dem nur Kopf des Sünders lugt. „Wir entdecken bei fast jeder unserer Aktivitäten immer etwas Neues.“ Und auch das macht das Treyben im Kreise dieser liebenswerten Barden so spannend.

 

 

Traditionsreich - Historisches Herbstfest

vom 2. Oktober 2013
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Verein Frisia Historica feierte ein mittelalterliches Hoffest und blickte auf die Vereins-Aktivitäten zurück. Der Vereinsvorsitzende Stefan Nissen erinnerte an die Höhepunkte 2013.

 

Stefan Nissen (Mitte) und seine gewandeten Freunde.

Foto: dew

Es lohnte sich abermals, ein paar Zeylen über die lustigen Kultfriesen zu schreyben. Denn: Frisia Historica, der friesisch-mittelalterliche Vereyn, feyerte auf seyner Residenz „Nordlicht“ an der Klinkerstraße 4 im Hunnebüller Koog zwischen Risum und Stedesand seyn Herbstfest. Es bot für den Vereynsvorsitzenden Stefan Nissen auch Gelegenheit, auf besonders erfreuliche und ereygnisreyche Tage und Höhepunkte anno 2013 zurückzublicken.

In heutiger Schreibweise berichtet, war es vor allem das 3. Historische Treyben, das zum zweiten Mal auf dem Gelände rund um die Niebüller Wehlen stattfand. Ein weiterer Höhepunkt für die Mitglieder der Historica war die Überfahrt von Bremerhaven nach Helgoland mit der mittelalterlichen Kogge „Ubena von Bremen“ zum interfriesischen Treffen.

Hochinteressant und erfreulich seien auch die weiteren Termine der lustigen Friesen gewesen, meinte Stefan Nissen, der dem Jahr 2013 attestierte: „Es war wirklich klasse.“ Vor der Fahrt zur einzigen deutschen Hochseeinsel nahm Frisia Historica am 1. Lager im Südbrookmerland (Ostfriesland) teil. Zu den besonderen Erlebnissen dort zählte die aus dem 11. Jahrhundert nachgespielte Schlacht auf dem Großen Meer zwischen Emden und Aurich. Am „Treyben“, das zum zweiten Mal in Niebüll stattfand, kamen über 200 gewandete Teilnehmer aus ganz Norddeutschland und 5000 Besucher aus der Region. Das Wasser, der malerische Platz unter Bäumen und das idyllische Ambiente rund um das beliebte Familienfreiband schufen eine Lageratmosphäre, die Teilnehmer und Besucher als einmalig empfanden. Stefan Nissen und seine Mitstreiter waren überdies angetan vom Zusammenspiel vieler Helfer, die maßgeblich am Gelingen der Großveranstaltung beitrugen. „Für 2014 sind wir noch auf der Suche nach einem passenden Termin für das nächste historishe Treyben.“

Das Herbstfest auf Hof Nordlicht wurde in dem gewohnt kleinen Rahmen gefeiert. In der Scheune wurde die neue Historica-Bar Marke Eigenbau eingeweiht, auf dem Scheunenflohmarkt mit allerlei Krimskrams gehökert und draußen ein Wettbewerb im Langbogenschießen ausgetragen. Außerdem war Gelegenheit, die von Bogenmacher Peter Motzke aus Leck meisterlich hergestellten Bogen zu testen. Und Gelegenheit war auch, draußen eben nur gemütlich „herumzusitzen“ und das schöne Herbstwetter zu genießen.

Nächste Termine werden die Jahreshauptversammlung, das Lichterfest im Dezember und das Biiken im Februar sein.

 

Vom 24.-26. Mai 2013 fand das Friesentreffen der drei Frieslande auf HELGOLAND statt. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit einem Trachtenumzug und einen Gottesdienst in ihren verschiedenen Sprachen der drei Frieslanden sowie ein Infozelt auf dem Rathausplatz wurde neben diversen Workshops und einem Discoabend für die Teilnehmer organisiert.

Auch die Mannschaft der „Ubena von Bremen“ erinnerte mit ihrer Fahrt von Bremerhaven nach Helgoland an die alten Handelswege auf der Nordsee. Die Mittelalterfans gaben an den Tagen in Kostümen und Zelten einen Einblick in die Welt des Mittelalters – „Frisia Historica“ hieß ein Workshop-Thema des Friesentreffens. In anderen Gruppen wurden Trachtenknöpfe gefertigt, gebacken, gekocht oder die Teilnehmer diskutierten über friesische Politik.

Die Organisation des Treffens, zu dem rund 400 Teilnehmer anreisten, liegt beim Interfriesischen Rat ( www.interfriesischerrat.de ), der die gemeinsame Organisation der Friesenräte in den drei Frieslanden bildet und die gesamtfriesischen Interessen nach außen vertritt.

Das Bild zeigt das sog. „Hartjen“ (Herz) und ist als Tuchspange Bestandteil der Helgoländer Tracht.

 

 

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Stedesand

Junge Schwertkämpfer gesucht

04. Oktober 2012 | 04:50 Uhr | Von Dieter Wrege

Der Umgang mit den schweren Waffen:  Michael Tegge (r.)  zeigt, wie es geht.  Foto: wrege

Der Umgang mit den schweren Waffen: Michael Tegge (r.) zeigt, wie es geht. Foto: wrege

Der Verein Frisia Historica plant den Aufbau einer eigenen Sparte / Beim Herbstfest konnten sich Interessierte schon einmal mit einem Profi messen

Stedesand. Einmal mit Michael Tegge, dem Schwertkämpfer aus der Weserniederung, die Klingen kreuzen oder mit dem Langbogen von Peter Motzke , dem Bogenmacher aus Leck , die Strohscheibe unter dem Motto "alles ins Gold" ins virtuelle Visier nehmen: Diesen und andere Wünsche konnten sich warm gewandete Barden aus dem "mittelalterlichen" Verein Frisia Historica auf dessen Herbstfest an der Stedesander Klinkerstraße erfüllen.

Trotz des pustigen und regnerischen Wetters fanden viele Besucher und Freunde der Historica den Weg zum entlegenen Gehöft. Die Mitglieder des Vereins hatten sich in gedeckt-farbiges Linnen gehüllt. Und weil die Temperaturen ein zwangloses Open Air nicht hergaben, fanden Flohmarkt sowie Essen und Trinken hinter der dicht geschobenen Scheunentür statt.

Draußen gab Schwertkämpfer Tegge, der zu den Wurtfriesen gehört, Lektionen im Schwertkampf und erläuterte die zu dieser mittelalterlichen (Kampf-) Sportart gehörende dick gepolsterte Schutzkleidung und sonstige Ausrüstung mitsamt den ein bis zwei Kilo schweren Schwertern. Frisia Historica plant die Gründung einer Schwertkampfgruppe - und sucht vor allem junge Leute, die mitmachen können. Peter Motzke stellte eine Serie der von ihm hergestellten Langbögen vor. Er fertigt sie aus dem Holz der schottischen Hochlandeibe her. Diese Bäume können mehrere Tausend Jahre alt werden. Dem entsprechend kosten seine Bögen auch bis zu 700 Euro. Den Köcher füllt er mit aus Kiefer oder Fichte gefertigten Pfeilen. Peter Motzke hat Kunden aus allen deutschen Landen. Mit dem Langbogen hatten die Besucher des Herbstfestes Gelegenheit, sich untereinander im Bogenschießen zu messen.

Stefan Nissen und seine zurzeit 35 überwiegend aktiven Mitglieder haben ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Höhepunkt war das "2. Historische Treyben" an der Niebüller Badewehle, das noch besser besucht war als das von 2010. Er schätzt, dass an die 6000 Besucher zu dem ideal gelegenen Areal das beliebte Freibad kamen. "Es ist ruhig abgelaufen, wurde von den Niebüllern voll angenommen und lief in einer wunderbaren Idylle ab", schwärmt der Oberbarde noch heute davon. "Häufig unterwegs waren wir auch", erzählt Stefan Nissen und listet auf. Das war das mittelalterliche Treyben im Tierpark von Warder an Himmelfahrt, die in Bad Bodenteich (Lüneburger Heide) gefeierte Walpurgisnacht, die "Schlacht um Wallsbüll" und der Ausflug nach Ohrstedt. In Niebüll wurde die Alwin-Lensch- und in Medelby die dänische Grundschule besucht. Außerdem nahm der Verein am Blaulichttag in Niebüll teil. Das Jahr hatte mit dem Biiken begonnen.

Im kommenden Jahr wird Frisia Historica am letzten Mai-Wochenende am alle drei Jahre stattfindenden interfriesischen Treffen auf Helgoland teilnehmen, auf der "Heiligen Insel der Friesen" - und unter anderem bei den Schwertkämpfen der Frieslande untereinander mit von der Partie sein.

"Jetzt ist erstmal Sense", sagt Stefan Nissen. Der 44-jährige ist Erzieher von Beruf und betreut Problemkinder. Sein privates Faible gilt dem Mittelalterlichen Treyben, für das er sich noch mehr Anhänger wünscht. Vor allem junge Leute.

 

 

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Zurück ins Mittelalter

04. August 2012 | 06:24 Uhr | Von van

Zur Stärkung gab es für die kleinen und großen Akteure Stockbrot am Lagerfeuer. Foto: van

Zur Stärkung gab es für die kleinen und großen Akteure Stockbrot am Lagerfeuer. Foto: van

Thema das Ferienprojektes der Offenen Ganztagsschule kam bei den Teilnehmern gut an

Niebüll. Das Brot am Lagerfeuer rösten und mit Pfeil und Bogen schießen - diese und andere Vergnügen erlebten 52 Kinder der Offenen Ganztagsschule in Niebüll beim Sommerferien-Projekt. In den zwei Wochen ging es um das Mittelalter. Beendet wurde die Aktion mit einem fröhlichen Festtag.

In Zusammenarbeit mit dem Verein Frisia Historica stellten die Erzieherinnen der Offenen Ganztagsschule viele Angebote auf die Beine, die die Kinder das Mittelalter hautnah erleben ließen: Gemüse schnippeln für eine Suppe, Hörner schnitzen, Glückssteine bestimmen, Bogenschießen und Stockbrot backen.

"Die Kinder haben schon während der zwei Wochen ganz toll mitgemacht", freute sich Petra Kreitling, die an diesem Tag gemeinsam mit der Leiterin der Offenen Ganztagsschule, Susanne Jannsen, die Aufsicht hatte. Die Kinder lernten während der Zeit, wie man selber Kerzen zieht, Spielzeug aus Salzteig anfertigt, Met herstellt und Fladenbrot backt.

Sabine Wulff, Mitglied im Verein Frisia Historica, erlebte die Kinder als äußert wissbegierig: "Es sind uns so viele Fragen gestellt worden, auch nach Kleinigkeiten, an die wir selber noch gar nicht so gedacht haben." Auch die neunjährige Cora und die achtjährige Wenke waren vom Thema Mittelalter sehr angetan. Am meisten Spaß hat ihnen das Kerzenziehen gebracht. "Das Leben im Mittelalter ist toll", schwärmte Wenke, die sich auf jeden Fall wieder mit dem Thema befassen möchte. Ihre Freundin Wenke bestätigte das mit einem heftigem Kopfnicken.

 

 

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Abstecher ins Mittelalter

02. Juli 2012 | Von dew /shz.de

Tapfere Krieger sammelten sich ebenso um die Wehle wie Tänzer, Handwerker, Gaukler und die  Besucher aus dem 21. Jahrhundert.  Foto: dew

Tapfere Krieger sammelten sich ebenso um die Wehle wie Tänzer, Handwerker, Gaukler und die Besucher aus dem 21. Jahrhundert. Foto: dew

Großes Fest mit zahlreichen Gewandeten: Das zweite historische Treyben bot Teilnehmern und Gästen Einblick in frühere Zeiten

Niebüll. Wikinger, Urfriesen, Lottergesindel und sonstiges mittelalterlich gewandetes Volk hatte am Wochenende zum zweiten Mal seine Zelte rund um die Niebüller Wehlen aufgeschlagen. Zusammen mit der Frisia Historica feierten sie das "zweyte Friesisch-Historische Treyben zu Niebüll".

"Es war bei uns deutlich mehr los als bei der ersten Veranstaltung, die wir von unserm Domizil an der Stedesander Klinkerstraße bewusst in die Stadt verlegt haben. So konnten wir uns einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren", sagte Stefan Nissen, "Chefhistoricus" des Vereins Frisia Historica. Was die Anhänger bewegt, sich so intensiv, längst vergangenen Epochen zuzuwenden? Stefan Nissen nennt eine Reihe von Gründen. Da wäre beispielsweise die Übersättigung mit hochtechnisierten Neuerungen auf der einen und der Wunsch, einmal abzuschalten und sich der Richtung zuzuwenden, "aus der wir kommen" auf der andern Seite. Schließlich sei es auch pure Neugier, die Lebensweise der Urahnen aufzuspüren und sie - wenn auch nur in Facetten - nachzuempfinden. "Und da haben wir viele Gleichgesinnte", so Nisse. Er wies auf Teilnehmer aus ganz Schleswig-Holstein, dem Hamburger Randgebiet sowie aus Niedersachsen und noch entfernteren Regionen hin.

Die Zeltstadt verteilte sich auf die Wiesen zwischen der Bade- und zweiten Wehle - hier die Salzsieder aus Bremen, die Regenbogenfärber aus Hamburg, Imker aus Nordfriesland, Filzer aus Niebüll, Töpfer aus Kiel und Rendsburg, da hanseatische und Risum-Lindholmer Schmiede und Tänzerinnen aus Eiderstedt - ferner Spielmacher, Holzschnitzer, Korbflechter und Bogenbauer. Sie alle waren bei der Arbeit zu beobachten, boten ihre Produkte feil und erklärten, "wie das geht".

Stefan Nissen und seine Mitstreiter ordnen die Zeit ihres historischen Treybens etwa ins 9. bis 13. Jahrhundert ein. Mittelalterliche Waffenkunst durfte bei der Veranstaltung ebenso wenig fehlen wie die Musik, die die friesische Formation Wortsatia aus dem Lande Wursten auf Instrumenten wie Horn, Trommel oder der spanischen Gaita spielte.

"Bei unserm Treyben entdecken wir dann auch oft etwas Neues", berichtete Nissen über manch überraschenden Aha-Effekt. Und es sei nicht immer die bloße Tätigkeit, die früher ausgeübt wurde. Es interessiere auch der Zweck und Nutzen, wie ihn etwa die Salzsieder entdeckten und zu Wohlstand kamen. Es gab auf dem großen Gelände der praktizierenden "Historiker" viel zu entdecken und manch schöne Sachen zu kaufen.

Der Wettergott war dem Treyben milde gestimmt, wenngleich es beim Umzug durch die Stadt ein wenig regnete und danach schwülwarm war. Doch alles in allem waren die Teilnehmer zufrieden und dankbar für ein schönes Sommerwochenende. Dankbar waren Stefan Nissen und seine emsigen Barden auch der Stadt Niebüll und dem Amt für unbürokratischen Beistand - und besonders dankbar den Sponsoren und Spendern, die der Historica halfen, die mittelalterliche Fete zu finanzieren und letztlich auch dazu beitrugen, von weither gekommenen Freunden eine gastliche nordfriesische Heimat zu präsentieren.

Das friesisch-historische Treyben, so hoffen Stefan Nissen und seine "mittelalterliche Familie", soll Fortbestand haben und auch im nächsten und den folgenden Jahren einen festen Termin an den Niebüller Wehlen behalten.

 

 

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Mittelalterliches Treiben

30. Juni 2012 | 00:00 Uhr | Von dew

Musik und Gesang fehlen bei dem besonderen Fest nicht. Foto: dew

Musik und Gesang fehlen bei dem besonderen Fest nicht. Foto: dew

Niebüll. Die Stadt Niebüll steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen des 2. "Friesisch-Historischen Treybens". Veranstalter des mittelalterlich-kurzweiligen Vergnügens ist der Stedesander Verein "Frisia Historica" und Schauplatz des Geschehens ein Gelände im Südwesten der Stadt rund um die Niebüller Wehle, ein bei der Weihnachtsflut von 1593 bei einem Deichbruch entstandener kleiner Binnensee, der zum beliebten Familien-Freibad geworden ist.

Stefan Nissen und sein historisches gewandetes Völkchen versprechen im Verein mit befreundeten Wikinger-Gruppen drei unterhaltsame Tage mit Lautenklang & Minnegesang, Vorführungen und handwerklichem Tun aus gleichsam abenteuerlicher und entbehrungsreicher Zeit des frühen Mittelalters.

Willkommen sind Jung und Alt - egal ob Stadt- oder Landgesindel. Ein Euro-Wegezoll zum Eintauchen in diese wundersame Welt wird nicht erhoben. . .

 

 

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Historisches Treyben an der Wehle

27. Juni 2012 | 00:00 Uhr | Von dew

An den Wehlen werden wieder viele Besucher  erwartet.  Foto: dew

An den Wehlen werden wieder viele Besucher erwartet. Foto: dew

Akteure von Frisia Historica laden ein

Niebüll. Der Verein Frisia Historica aus Stedesand lädt zu seinem zweiten Friesisch-Historischen Treyben im Wehlen-Gebiet ein. Beginn ist am Freitag, 29. Juni, um 18, an den beiden folgenden Tage jeweils um 10 Uhr und Ende am Sonntag gegen 17 Uhr. Auf dem Weg zu den "Ufern" der mittlerweile 419 Jahre alten Niebüller Wehle wird kein Wegezoll erhoben, Spenden sind aber willkommen.

Stefan Nissen, erster Barde und Oberhaupt des "gewandeten Volkes", verspricht ein wiederum buntes und mittelalterlich-vergnügliches Programm, obgleich die Realität im frühen Mittelalter nicht so rosig aussah, wie es die Akteure von heute, unter ihnen viele befreundete Wikinger aus norddeutschen Landen, zelebrieren. Es lohnt für das "Gesindel" aus Stadt und Land, in die denkwürdige Welt des frühen Mittelalters einzutauchen, historisches Treyben mitzuerleben, wenn Filzer, Töpfer, Färber, Schmiede, Spielemacher, Salzsieder, Holzschnitzer und Bogenbauer zu Werke gehen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch Spielleute, Sänger und Tänzer: aus dem Lande Wursten die wurtfriesische Gruppe Wortsatia, die singende Bardin Jenny und die Eiderstädter Tänzer von Mahbanu mit einem Schuss orientalischem Flair.

Frooi Ohnesorg wird gaukeln, Fafnir’s Fjoer zu später Stunde eine Feuershow zelebrieren. Krieger alter Tage werden ihre Waffenkünste zeigen, und am Rande des Heerlagers wird es ein Markt-Treyben geben, auf dem gehandelt, gehökert und geschachert wird. Am Sonnabend zieht das Volk der Altfriesen und Wikinger im Umzug durch die Stadt. An die Kinder wird übrigens auch gedacht sein: Sie können sich in der Waffenschule Viatores ad Arma zu Knappen ausbilden lassen - und sich mit dem Drachen Thorkel duellieren. An der Jugendherberge steigt die inoffizielle WM im Gibseln, einem Stockspiel, das die heutigen Friesen "Gibbeln" nennen.

Der Abschluss des zweiten Treybens wird literarisch: Der Bremer Autor Mark Bredemeyer wird Passagen aus seinem Roman "Runnenzeit-Saga" lesen.

 

Historisches Treyben in Niebüll

26.06.2012

Vom 29. Juni bis zum 1. Juli

Das zweite Friesisch-Historische Treyben zu Niebüll mit dem Verein Frisia Historica findet am Freitg statt. Foto: Archiv MoinMoin

Niebüll (mm) – Nach dem vielversprechenden Debüt im vergangenen Jahr lädt der Verein Frisia Historica nun zum 2. Friesisch-Historischen Treyben zu Niebüll ein. Von Freitag, 29. Juni, ab 18 Uhr bis Sonntag, 1. Juli, um 17 Uhr werden sich die Besucher des Geländes rund um die Wehle zwischen Deichstraße und Mühlenstraße wiederum in das Mittelalter zurück versetzt fühlen. Erneut werden die mittelalterlichen Nordfriesen ein Fest auf die Beine stellen, das seinen Besuchern ein rundum mittelalterlich-kurzweiliges Vergnügen bietet. Frisia Historica möchte mit Hilfe der weiteren friesischen Heerlager und befreundeten Wikingergruppen sowie der zahlreichen Händler, Handwerker und Marktbeschicker allen Besuchern und Interessierten wieder ein Eintauchen in die abenteuerliche Zeit des Frühmittelalters ermöglichen. Für die musikalische Unterhaltung werden die wurtfriesische Gruppe Wortsatia mit mittelalterlich-friesischen Klängen sowie die Bardin Jenny mit Lautenklang & Minnesang sorgen. Die Eiderstedter Tanzformation Mahbanu wird mit ihren mittelalterlich-orientalischen Tänzen dem Auge etwas ganz besonderes bieten. Unterhaltung und Kurzweil versprechen außerdem der friesische Gaukler Frooi Ohnesorg sowie Fafnir‘s Fjoer, welche mit einer kleinen Feuershow am Freitagabend und einer aufwendigeren Feuershow am Sonnabendabend die Veranstaltungen jeweils gegen Mitternacht zu Ende gehen lassen.  Um 10 Uhr wird der Markt dann am Sonnabend- bzw. Sonntagmorgen wieder seine Tore öffnen, am Sonnabend mit einem Umzug durch die Stadt und über den Marktplatz. Die Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf hat wieder ihr Kommen angekündigt. Zum Mitmachen für die Kinder wird es wieder die mittelalterliche Knappenausbildung der Gruppe Viatores ad Arma geben, Zweikämpfe können erneut ausgefochten werden. Einige Handwerker werden nicht nur vormachen und erklären, sondern auch ausprobieren und mitmachen lassen, und auch einige der Heerlager werden dazu einladen, bei mittelalterlichen Spielen dabei zu sein. Ein weiterer Höhepunkt ist die auf dem Sportplatz der Jugendherberge stattfindende inoffizielle Weltmeisterschaft im »Gibseln«, einem mittelalterlich-friesischem Spiel, nicht ganz unähnlich dem Schlagball. Den literarisch-kulturellen Höhepunkt zum Abschluss bildet der junge Bremer Autor Mark Bredemeyer mit seiner Runenzeit-Saga. Mit einem Auftritt von Wortsatia wird dann am Sonntag um 17 Uhr das 2. Friesisch-Historische-Treyben zu Niebüll beendet werden.

 

"Frisia Historica"

Speisen und Feiern wie im Mittelalter

17. Oktober 2011 | 04:50 Uhr | Von dew / shz.de


Patrice (5) probiert den Umgang mit Pfeil und Bogen. Beim Wettstreit konnten auch Kinder mitmachen. Foto: dew

Frisia Historica beendete die Saison mit einem Herbstmarkt / Peter Motzke löste beim Bogenschießen Vorjahresmeister Stefan Nissen ab

Die "Frisia Historica" feierte am Wochenende ihren öffentlichen Jahresabschluss. Auf dem Anwesen Klinkerstraße 4 am Rande des Hunnebüller Kooges fanden ein Herbstmarkt und die "2. Hunnebüller Meisterschaft im mittelalterlichen Bogenschießen" statt. Bei sonnigem Herbstwetter erfreute sich das "gewandete Volk" aus Nordfriesland zusammen mit Freunden aus der Lüneburger Heide und dem Lande Wursten bester Bedingungen.

Den eigentlichen Jahresabschluss werden die einheimischen "Mittelalterlichen" am ersten Freitag im Dezember feiern, und zwar ganz unter sich und mit einem Blick zurück auf ein ereignisreiches Jahr, dessen absoluter Höhepunkt das "1. friesisch-historische Treyben in Niebüll" bildete. "Das idyllisch gelegene Wehlengebiet war ein idealer Ort für diese Veranstaltung", erklärte Oberbarde und Historica-Chef Stefan Nissen, der noch heute von der einmalig schönen Szenerie mit "allerley Spielerey" schwärmt. Zwischen 150 und 200 Freunde der Pflege mittelalterlicher Kultur und Bräuche, die 50 Zelte aufgeschlagen hatten, waren nach Niebüll gekommen und sind nach den Worten Nissen schon jetzt eingeladen, sich zum zweiten Treyben im nächsten Jahr an den Niebüller Wehlen einzufinden.

Auf dem Herbstmarkt der Frisia Historica erwartete die Besucher ein vielseitiges Angebot. Die Stände waren in der Scheune und draußen platziert. Die Preise waren mittelalterlich moderat. Wucherern und Diebesgesindel drohte ein Pranger. Hinter den voll beladenen Tischen mit "allerley Zeugs" standen gewandete Händler und Händlerinnen.

Aus einer Ecke des bunten Schauplatzes stieg Rauch empor. Dort bereitete Heinke Petersen aus Oldersbek ein mittelalterliches Menü, bestehend aus Lauchsuppe, fleischgefüllter Riesen-Kohlroulade und einem kalorienreichen Dessert. Gekocht und gegart wurde über und in offenem Feuer - die Roulade eingepackt in eine Lehm-Umhüllung, Suppe sowie Rouladensauce in einem über der Flamme hängenden Kessel, und das Dessert mit Wal- und Haselnüssen, Rosinen und Äpfeln in heißem Honig geschwenkt. Lecker, lecker, befanden Pottkieker.

Über den ganzen Tag verteilte sich das mittelalterliche Bogenschießen: die Meisterschützen aus einer Distanz von 20, die Laien von 15 und Kinder zehn Metern. Pfeil und Bogen gehörten in früher Zeit teils zur Jagd, teils zum Kriegshandwerk und wurden erst in der Gegenwart zum Sportgerät. Peter Motzke, Bogenbauer aus Leck, fertigt Bögen aus mehreren Naturhölzern wie Haselnuss, Hickory, Esche oder Ulme. Auf dem Herbstmarkt informierte er über sein seltenes Metier, in dem er sich auch sportlich betätigt und den Wettbewerb der Meisterschützen gewann, Hunnebüller Meister wurde und Vorjahressieger Stefan Nissen ablöste. Auf den Plätzen folgten Peter Nissen (Klintum) und Andreas Ingwersen (Risum-Lindholm). Bei den Laien siegten Jörg Jacobsen (Klixbüll) und Arda Paulsen (Niebüll), bei den Kindern wie im vergangenen Jahr Sophia Otto (Stedesand).

Mit dem Herbst-Treyben endete für Frisia Historica ein ereignisreiches Jahr mit der Teilnahme an Treffen in Warder, Eckernförde und in der Lüneburger Heide. "Gleichgesinnte Freunde haben wir auch", weist Stefan Nissen auf die Verbindungen zu "Wortsatia" (Land Wursten), zum Verein "Zeitreise" (Immenstedt) und zu den Lüneburger Lautenspielern hin, die auch am Wochenende zu Gast waren.


Wie aus grauer Vorzeit

Mittelalter zum Mitmachen

11. Juli 2011 | 04:50 Uhr | Von Dieter Wrege / shz.de


Malerisch orientalisch: die sieben Damen von "Mahbanu" aus Eiderstedt. Foto: dew

Dreitägiges "Friesisch Historisches Treyben" am Freibad lockt zahlreiche Gewandete und Besucher

Der mittelalterlich orientierte Verein "Frisia Historica" war am Wochenende Gastgeber eines "Friesisch Historischen Treybens". Erstmals seit seiner Gründung vor fünf Jahren wählte der Verein, der in der nordfriesischen "Friisk Foriing" organisiert und in Stedesand ansässig ist, die Stadt Niebüll als Veranstaltungsort für ihren Jahreshöhepunkt.

"Das idyllisch gelegene Wehlengebiet ist gerade richtig für uns", schwärmte Stefan Nissen, der Vereinschef von diesem Standort am beliebten Niebüller Familien-Freibad. Die bisherigen Veranstaltungen dieser Dimension fanden im abgelegenen Hunnebüller Koog an der Stedesander Klinkerstraße statt. Dorthin kamen zwar gleichgesinnte Stammesbrüder aus allen norddeutschen Landen, doch die Zahl der Besucher hielt sich in Grenzen. "An der Wehle, sind wir mitten in der Stadt und können viel mehr Menschen einen Blick zurück ins Mittelalter vermitteln."

Der Einladung der gastgebenden Frisia Historica folgten annähernd 170 mittelalterlich gewandete Leute, die etwa 50 Zelte errichtet hatten - unter ihnen 15 Händler, Handwerker und Marktleute, die so agierten, wie es einst ihre Vorfahren taten. Stefan Nissen und seine Barden dachten bei all dem von ihnen inszenierten Treyben so an die Zeit zwischen den Jahren 800 bis 1000 nach Christus, an die seefahrenden, kriegerischen Wikinger und die Friesen, die sich an der Westküste ansiedelten. Nach spärlicher Überlieferung kleideten sie sich wie die Leute von einst, legten die knielange Tunika an, trugen die damals angesagten Hosen und fertigten ihre "Gewandung" aus grobem Leinen. Die Handwerker des Niebüller Treybens arbeiteten mit Holz, Leder und dem, was Tiere hergaben, fertigten Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Knochen und Trinkgefäße aus Hörnern, die reich verziert wurden.

Um auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen, wurde ein Umzug durch die Stadt veranstaltet. Das Wehlengebiet war aufgeteilt in die Zentrale, eine Waffen- und eine Händlerwiese. Den Markt begleitete ein Heerlager, das früher das friedliche Geschehen nach außen absicherte. In einem Zelt wohnte das "Lottergesindel" aus Leck, im anderen die Gastgeber, in einem dritten die Ohrstedter "Zeitreise". "Op de Vogelwiesch" hieß die Behausung der Bordesholmer Barden, "Viatore ad Arma" die Knappenschule aus dem Hamburger Umland. Die Kellinghusener Schwertkampfschule hatte 20 Lehrmeister geschickt, Barnie Kurbjuweit zeigte, wie man ein Federgriffmesser schmiedet. Die Eiderstedter Gruppe "Mahbanu" führte Tänze auf und übte sich in kunstvoller Hennamalerei. Am weitesten gereist waren die "Wortfriesen", eine Musikgruppe aus dem Land Wursten. Ein Händler hökerte mit anregenden Getränken mit Sammelnamen "Spiritus Vitalis". Es war einiges los beim Treyben rund um die Wehle, dem die Bardin Jenny mit Minnesang und Lautenklang Glanzlichter aufsetzte und Michael, der Geschichtenerzähler und Wortakrobat, um Gehör bat.

Bürgermeister Wilfried Bockholt wünschte den umtriebigen Friesen beim Start am Freitag ein gutes Gelingen und vor allem gutes Wetter. Doch damit war es so eine Sache: mal regnete es, mal schien die Sonne, mal gerieten sie Zeltwände in leichtes Flattern. Jörgen Jensen Hahn, Vorsitzender der Friisk Foriining, schloss sich den Wünschen des Bürgermeisters an.

Stefan Nissen zeigte sich alles in allem zufrieden. Rückblickend berichtete er, vor 15 Jahren beim Hohenwestedter Pfingst-Spektakulum auf "historische Gedanken" gekommen zu sein. Den Anstoß zur Gründung des friesisch-mittelalterlichen Vereins bekam er beim Treyben des "Lottergesindels" Leck vor sechs Jahren. Vom aktuellen Ambiente an der Wehle war er so begeistert, dass er plant, auch die künftigen "Historischen Treyben" in Niebüll stattfinden zu lassen.

 

170 Taufpaten

11. Juli 2011 | Von dew / shz.de


Foto: Dieter Wrege

Während des "1. Niebüller Historischen Treybens" mit rund 170 Mittelalter-Fans aus ganz Norddeutschland ist die 105 Tage junge Juno Marie getauft worden. Die stolzen Eltern, die Niebüller Eheleute Partrick und Krystina Friedrichs, waren passend zu dem Fest des Vereins "Frisia Historica" aus Stedesand mittelalterlich gekleidet. Der Niebüller Pastor Dr. Christian Anders Winter war sich und seinem Berufsstand allerdings treu geblieben und hatte gestern den Talar nicht gegen ein historisch anmutendes Gewand eingetauscht.

Der Taufgottesdienst fand unter freiem Himmel am Rand der Niebüller Badewehle statt - einem bei der Heiligabend-Sturmflut von 1593 entstandenen Gewässer. Pastor Winter las Verse aus dem 139. Psalm ("Herr, di erforschest mich und kennest mich"). Den kirchenmusikalischen Part bestritt ein Trio der "Wortfriesen" aus dem Land Wursten (Niedersachsen) mit dem Lied "In cordis jubilo" und dem gregorianischen Choral "Puer natus in Bethlehem".

Für den Akt der Taufe hatte das "mittelalterliche Volk" sein buntes "Treyben" mit Handel und Schwertkämpfen zu Ehren der kleinen Juno Marie Friedrichs eingestellt. Das Mädchen ertrug die christliche Amtshandlung geduldig und gab keinen "Pieps" von sich.

 

 

 

Werkeln wie die Wikinger

8. Juli 2011 | Von dev / shz.de


Foto: dew

Die 14-tägige Ferienfreizeit des Vereins Seebrise erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Zur elften Erholungsmaßnahme auf dem Emmelsbüller Bolzplatz hat die Vereinsvorsitzende Helga Christiansen, unterstützt von 14 Helfern, rund 140 Kinder aus ganz Südtondern noch bis zum 15. Juli montags bis freitags von 7 bis 13 Uhr zu Gast.

"Die Wikinger" heißt das Motto bei dem der Verein "Frisia Historica" Hilfestellung leistet. Die Kinder sind tagsüber mit Werken und Basteln vollauf beschäftigt, arbeiten mit Holz und Schafwolle, verwandeln Hörner von Wiederkäuern in Trinkhörner, verrichten Näharbeiten oder bauen sich ein Baumhaus. Einmal wird im Lager auf dem Bolzplatz übernachtet. Und wenn mal nicht gewerkelt wird, ist Gelegenheit zum Spielen auf dem neu hergerichteten Platz mit den nagelneuen Spielgeräten. Am Freitag, 15. Juli, steigt ein Abschlussfest, zu dem die Eltern eingeladen sind. Die Kinder sind gut drauf - und hoffen, dass das Wetter so bleibt wie am gestrigen Donnerstag.

 

"Frisia Historica": Mittelalterlicher Markt bildet Auftakt für das Jubiläumsjahr


Kostümschneiderin Sandra Florean (li.) präsentierte historische Gewandungen. Foto: dew

Das gab’s in Niebüll noch nie. Unter dem Dach eines ehemaligen Sparmarktes am der Friesischen Straße 3 wurde am Wochenende ein mittelalterlicher Hallenmarkt abgehalten. Veranstalter des kaufmännischen und sonstigen illustren Treibens war "Frisia Historica", ein noch junger Haufen mit 30 pfiffigen Friesen, die es sich unter dem Kommando von Stefan Nissen auf ihren Wimpel geschrieben haben, die Erinnerung ans Mittelalter wachzuhalten.

Den Hallenmarkt proklamierte Historica-Boss Nissen als eine Art Präludium. "Niebüll feiert in diesem Jahr die 575. Wiederkehr des Datums seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Das ist ein großes Jubiläum. Wir von Frisia Historica feiern auch ein Jubiläum - mit unserm fünfjährigen Bestehen ein kleines", sagt Nissen, fügt aber schnell hinzu, dass es ganz groß gefeiert werden soll: vom 8. bis 10. Juli auf dem Wehlengelände. "Wir werden es ,Friesisches Historisches Treyben' nennen und Wikinger aus ganz Norddeutschland zu Gast haben."

Einen kleinen Vorgeschmack dessen, was die Bürger erwartet, bot schon mal der kleine Hallenmarkt. An zehn Ständen wurde demonstriert, wie die alten Wikinger lebten, wie erfinderisch sie waren, wie sie handelten, sich "gewandeten" und wie stolz sie auf ihre Erfindungen und Produkte waren. Gunnar Christiansen aus Süderlügum zeigte seine Trinkhörner, Günther Grabow aus Wimmersbüll Wurf-Äxte, Becher und geschnitztes Dekor. Hier stand ein Zelt, dort liefen historisch gewandete Wikinger umher, auch Kinder. Feuerjonglage, Bogenschießen und Gaukelei sorgten für Unterhaltung.

Wie sich die Mode vom Wikinger-Look bis zu Barock, Rokoko und Empire gewandelt hat, demonstrierte Sandra Florean aus Schwentinental, die selbst in ein Gewand gehüllt war, das dem der Katharina von Bora, der Ehefrau Martin Luthers, ähnlich war. Der zweiteilige Wandel durch die Epochen der Mode war ebenso interessant wie amüsant, als der wohlhabende Wikinger hervortrat, sich die Dame von Stand zeigte, der Kaufmann mit Schnabelschuh andeutete, wie reich er ist, eine junge "Metropolin" mit der Menge kokettierte und eine andere Städterin ihr "Teufelskleid" vorführte, das der Klerus im 14. Jahrhundert als zu lüstern verdammte. Sehr fraulich und lieblich schließlich die Mode der Renaissance (ab 15. Jahrhundert) mitsamt florentinischen und englischem Farbtupfern.

Zwischendurch und zum späten Finale gab es mittelalterlichen Rock aus Flensburg von "Attonitus". Mittelalterrock wird mit einem Mix aus historischen Instrumenten wie Harfe, Laute, Schalmei und Blockflöte sowie Gitarre, E-Gitarre und Drums gespielt. Die jungen Musiker ließen es krachen und machten damit auch ihrem Namen Ehre. durch die Epochen

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